Unsere Geschichte

In der Tichauer Fürstlichen Brauerei schlägt das Herz von Tyskie-Bier.

Hier brauen wir ununterbrochen seit vier Jahrhunderten verschiedene Biersorten, die in ganz Polen und weltweit von Bierliebhabern geschätzt werden, darunter auch die Marke Tyskie. Die erste Erwähnung unserer Brauerei stammt aus dem Jahre 1613. Die erste urkundliche Beschreibung der Brauerei, die der Familie von Promnitz gehörte, stammt aus dem Jahre 1629 und dieses Jahr gilt seither als das Gründungsjahr unserer Brauerei.

Die Tichauer Fürstliche Brauerei ist ein außergewöhnlicher Ort.

Eine Perle der schlesischen Architektur und gleichzeitig eine moderne Brauerei. Die Tichauer Fürstliche Brauerei erblüht und entwickelt sich besonders schnell in der Jahrhundertwende zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert. In dieser Zeit hat der Fürst Hans Heinrich XI. von Hochberg – als ein echter Visionär und gleichzeitig der Inhaber der Brauerei – den Betrieb stark ausgebaut und für die damaligen Zeiten sehr innovative Techniken eingeführt. Bis heute bleibt die Tichauer Fürstliche Brauerei eine der modernsten Brauereien Europas.

Die Ikone des polnischen Lagerbiers.

Der Fürst Hans Heinrich XI. von Hochberg hat 1866 einen talentierten Braumeister namens Julius Müller in seine Dienste genommen, der als erster in der Tichauer Fürstlichen Brauerei die untergärige Hefe im Brauprozess eingesetzt hatte. So hat er einen Trank entwickelt, den alle probieren und gerne trinken wollten.

Am Ende des 19. Jahrhunderts gehörte die Tichauer Brauerei zu den größten Betrieben dieser Art in ganz Europa und das hier gebraute Bier – als „Tichauer Gold“ bekannt – erreichte seine Liebhaber in Wien, Berlin, Hamburg und Leipzig… In der Zwischenkriegszeit ist das Bier von hier auch nach Südamerika verschifft worden.

Fortschritt zu Diensten der Bierbraukunst.

Seit der ersten Lieferung des klassischen von Müller gebrauten Lagerbiers erlebte unsere Brauerei ihre echte Blüte. Seit den 60-ern Jahren des 19. Jahrhunderts wird vor allem die moderne Brautechnik zum echten Wahrzeichen unserer Brauerei. Die elektrische Beleuchtung der Brauerei, Maschinen für Malztrocknung und Eiserzeugung, Aufzüge für Beförderung der Fässer aus dem Lagerhaus, die erste Eisenbahnlinie und der Bahnhof für die Stadt Tichau, sowie auch eine automatische Flaschenabfüllanlage sind damals eingeführt worden.

Um den idealen Biergeschmack von Tyskie zu garantieren, ist die geschlossene Gärung (in den 1960er Jahren des 20. Jahrhunderts) eingeführt worden, mit deren Hilfe die höchste Bierqualität besser kontrolliert werden kann. In dieser Zeit sind in anderen polnischen Brauereien nur offene Gärbehälter verwendet worden.

Qualität ist die Hauptsache.

Unabhängig von der jeweiligen historischen Epoche war die erstrangige Qualität stets das Ziel der Tichauer Braumeister. Schon vor 100 Jahren ist hier das erste Labor eingerichtet worden, in dem die Qualität der Rohstoffe sowie auch des gebrauten Biers kontrolliert worden sind. Seitdem sind die hiesigen Biere ein Vorbild, dem viele nacheifern wollen.

Die Brautradition vom „Tichauer Gold“, wie man das hiesige Tyskie-Bier oft nennt, wird von Generation zu Generation weitergegeben. Dabei hat auch die in den 1950er Jahren gegründete technische Brauschule sicherlich geholfen.  Bis heute arbeiten die Absolventen dieser Brauschule in beinah jeder großen polnischen Brauerei.

Unveränderlich perfekt.

Die folgenden Jahre in der Geschichte des Tyskie-Biers haben viele Veränderungen mit sich gebracht. Weder der Zweite Weltkrieg noch die anschließende Verstaatlichung des Betriebes haben die Brautradition dauerhaft gefährdet. Eins ist stets unverändert geblieben. Das ist die Leidenschaft der Brauer der Tichauer Fürstlichen Brauerei. Dank ihrer Sorge um die höchste Qualität, können die Bierliebhaber den einzigartigen Geschmack von Tyskie weltweit genießen. Alle, die Interesse an der Geschichte des Bierbrauens in unserer Brauerei haben, heißen wir in der Tichauer Fürstlichen Brauerei herzlich willkommen. Wir zeigen Ihnen einige von unseren Geheimnissen und Sie können ein Glas vom frisch hier im Herzen der Brauerei gebrauten Bier genießen.

1613

Erste Erwähnung

Wahrscheinlich entstand die Brauerei bereits früher und wurde von Heinrich Anselm von Promnitz gegründet. Die erste erhalten gebliebene Aufzeichnung stammt aus dem Jahre 1613 und erinnert daran, dass auf dem bestehenden Gut Bier gebraut wird.

1629

Die Geburt einer Legende

„Dieses Gut besitzt bedeutende Bierrechte, man kann hier jede Woche Bier brauen, wodurch es große Gewinne abwirft. Wobei die Mälzerei, die Brauerei mit dem Kupferkessel und allen Braugefäßen – ebenso gut für das Vieh und andere Bedürfnisse genutzt werden können.“

Die erste Beschreibung der Brauerei in Tichau, die als offizieller Beginn ihrer Existenz angesehen wird, stammt aus einem Urbar, einem Verzeichnis über Besitzrechte der Grundherrschaft Pleß, aus dem Jahre 1629.

1640

Erster Braumeister

Nominierung des ersten Braumeisters, Stanisław Staśka aus Zbytnela. Die Urkunde verpflichtete den Braumeister zur sorgfältigen Aufsicht über alle Etappen des Bierbrauens und legte seine Vergütung in Geld und natura fest.

1778

Brand des Guts

Das Gut in Tichau, in welchem Bier gebraut wurde, brannte ab. Im Jahre 1779 wurden neue, bereits gemauerte Gebäude errichtet, die in ihrer Form bis zum großen Umbau in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überdauerten.

1811

Handelsfreiheit

Das Gesetz über die Freiheit von Handwerk und Handel gab den Eigentümern der Wirtshäuser das Wahlrecht des Bierlieferanten, und die wachsende Konkurrenz brachte die Brauerei in Tichau dazu, die Qualität zu verbessern und die Produktion zu steigern. Es wurden unter anderem Hopfenplantagen in Tichau, Pszczyna und Suszec angelegt und erstmals Flaschenbier hergestellt, das von Hand abgefüllt wurde.

1861

Großer Ausbau der Brauerei

Beginn des ersten großen Ausbaus der Brauerei in Tichau. Als Schöpfer seiner Macht wird Johann Heinrich XI. von Hochberg, Fürst von Pleß [Pszczyna] angesehen, ein Visionär und Unternehmer. Sein riesiges Vermögen umfasste 100 Millionen Mark in Gold, Güter mit einer Fläche von fast 60.000 Hektar und zahlreiche Industriebetriebe. Nach ihm wurde die Brauerei auch „Fürstlich“ genannt.

1866

Ein Umbruch in der Brauereikunst

Johann Heinrich XI. von Hochberg beschäftigte Julius Müller, den Braumeister und dann den ersten Direktor in der Brauerei. Dieser führte eine neuartige Methode des Bierbrauens unter Verwendung von untergäriger Hefe ein. Dank dieser neuen Technologie wuchs der Umfang der Bierherstellung schnell an und bewirkte einen weiteren Ausbau und eine Modernisierung der Brauerei.

1890

Elektrifizierung

Die Brauerei Tichau erhielt eine elektrische Beleuchtung nur 11 Jahre nach der Erfindung der Glühlampe von Thomas Edison.

1893

Eisenbahn

Es wurde die Eisenbahnstrecke von der Brauerei zum Bahnhof in Tichau in Betrieb genommen.

1897

10 Millionen

Die Brauerei feierte die imponierende Leistung der Produktion von 100.000 Hektolitern Bier.

1902

Kapelle in der Brauerei

Der Fürst stiftete an der Brauerei eine evangelische Kapelle, in der sich heute das Muzeum Tyskich Browarów Książęcych (Museum der Fürstlichen Brauerei Tichau) befindet.

1916

Das schönste Brauhaus

Es wurde mit dem Bau des vierten Brauhauses begonnen, der nach den Kriegswirren erst im Jahre 1922 abgeschlossen wurde. Das bis heute funktionierende Brauhaus gehört zu den schönsten Orten in der Tyskie Browary Książęce (Fürstlichen Brauerei Tichau). Die Kacheln, mit denen die Wände verkleidet sind, stammen aus der Großherzoglichen Manufaktur in Karlsruhe, die moderne Ausstattung lieferten die Firma Weigelwerk aus Nysa und die Kattowitzer Niederlassung der Firma Siemens.

1918

Fusion der Brauereien in Tychy

Der Fürst Johann Heinrich XV. erwarb 90% der Aktien der Bürgerbrauerei und band so die bisherige Konkurrenz in die Volksbrauerei ein.

1922

Brauerei in den Grenzen Polens

Gemäß den Ergebnissen des Volksentscheids erfolgte die Übernahme der behördlichen Gebäude von den polnischen Behörden aus den Händen der deutschen Verwaltung.. Im August dieses Jahres besuchte Marschall Józef Piłsudski die Stadt Tichau und wurde vom hiesigen Pfarrer Józef Kapica mit einem Frühstück begrüßt.

1926

Erfolg in Warschau

Das Bier aus der Fürstlichen Brauerei Tichau errang auf der Ausstellung in Warschau, wo die Brauerei einen eigenen Pavillon errichtete, die Goldmedaille. Zur damaligen Zeit begann man, Etiketten auf die Flaschen aus Tychy zu kleben, beim Ausschank wurden immer öfter Bierdeckel verwendet.

1929

Ein rauschendes Jubiläum

Am 31. August wurde mit großem Aufwand der 300. Gründungstag der Brauerei gefeiert. Die Hauptfeier für die Mitarbeiter und Einwohner fand im Brauereipark statt, wo zehn Freibier-Punkte eingerichtet wurden. Jeder Gast erhielt zudem einen Bierkrug als Andenken.

1939 - 1945

2. Weltkrieg

Die Fürstliche Brauerei Tichau stand unter der kommissarischen Verwaltung des Dritten Reichs und stellte Bier für die deutsche Armee her, das sogenannte Wehrmachtsbier.

1946

Nationalisierung der Brauerei

Die Brauerei wurde verstaatlicht, von den Etiketten und Firmenlogos verschwand die Fürstenkrone.

1950 – 1955

Modernisierung in den 50-er Jahren

In diesen Jahren wurde eine Reihe von Investitionen zur Modernisierung der Brauerei durchgeführt. Im Gärkeller wurden die Eichen-Sudkessel gegen Aluminium- und Betonkessel getauscht und eine Generalüberholung der Kühlanlagen durchgeführt.

1982

Rückkehr der fürstlichen Krone

Auf den Etiketten aus Tichau erschien wieder die Fürstenkrone.

1991

Privatisierung der Brauerei

Die Brauerei Tichau wurde in eine Gesellschaft des Staatsschatzes umgestaltet, die im Jahre 1992 den neuen Namen „Browary Tyskie Górny Śląsk SA” erhielt.

1996

Große Investitionen

Der Prozess der Privatisierung des Betriebs wurde abgeschlossen. Die neuen Eigentümer der South African Breweries (SAB) begannen mit einem ungewöhnlich dynamischen Entwicklungsprozess des Brauerei und investieren große Mittel in moderne technologische Lösungen sowie die Renovierung des Komplexes der historischen Bauten der Fürstlichen Brauerei Tichau.

1999

Entstehung eines neuen Konzerns

Aus der Fusion der Brauerei Tichau und der Brauerei LECH Browary Wielkopolski entstand die Gesellschaft Kompania Piwowarska SA.

2002

Lorbeeren für das Bier aus Tychy

Die Biersorte Tyskie Gronie errang die Goldmedaille und den Grand Prix auf dem weltweit prestigeträchtigsten Bierwettbewerb The Brewing Industry International Awards. Das Bier aus Tichau wiederholte diesen Erfolg im Jahre 2005.

2004

Anfänge des Museums

Aus Anlass des 375. Jahrestages der Gründung der Fürstlichen Brauerei Tichau wurde das erste Biermuseum in Polen – das Museum der Fürstlichen Brauerei Tichau eröffnet.

2007

Die Route der Denkmäler lädt ein

Es entstand die Route der Technikdenkmäler der Wojewodschaft Schlesien, deren Eröffnung im Museum der Fürstlichen Brauerei Tichau stattfand. Das Museum erhielt seinerseits den Titel einer Stern der Technik, also den auf der Route besonders empfohlenen Objekt.

2012

Frischestes Biet in den Pubs

Dank der Gesellschaft Kompania Piwowarska erschien in den polnischen Pubs eine Innovation – Tanks. Durch sie kam frisches, nicht pasteurisiertes Bier direkt aus der Brauerei in die Pubs und anschließend die Gläser. Das frische Bier Tyskie Gronie 14-Tage kann man ebenfalls im Museumspub verkosten.

2015

Cervesario –Kenner des Biers

Es begann das Programm Cervesario, in dessen Rahmen Bierexperten aus Tichau und Poznań ihr Wissen auf dem Gebiet der Geschichte und der aktuellen Trends des Brauereiwesens insbesondere in den Bereichen der Sensorik und der Kunst des Servierens des Biers ausweiteten. Die Cervesario führen als Botschafter der Bierkultur Workshops in den Brauereien in Tichau und Poznań durch und verbreiten Wissen und Vorliebe über und für das Bier auf Festivals, Veranstaltungen und Treffen außerhalb der Brauereien.